Ende der Probezeit – Was ist in der Ausbildung zu beachten?

Probezeit Ausbildung

Die ersten Monate der Ausbildung sind Probezeit und sollten sowohl durch den Arbeitgeber, als auch durch den Auszubildenden sorgfältig genutzt werden.

Das Berufsbildungsgesetz schreibt eine Probezeit von mindestens einem und maximal vier Monaten vor (§ 20 BBiG). Eine längere oder kürzere Probezeit ist unwirksam (§ 25 BBiG). Lediglich eine Unterbrechung der Ausbildung (zum Beispiel durch Krankheit) um mehr als ein Drittel der Probezeit, verlängert die Probezeit, auf Antrag, auf den Zeitraum der Unterbrechung. Die Vorlage für einen solchen Antrag hält die zuständige IHK für Arbeitgeber bereit. Zu beachten ist, dass sich die Probezeit nicht automatisch, sondern nur durch das Aktivwerden des Arbeitgebers verlängert. Die tatsächliche Dauer der Probezeit muss im Ausbildungsvertrag festgehalten werden.

Entscheidend ist, dass nur während dieser Monate der Probezeit das Ausbildungsverhältnis ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist oder unter Angabe von Gründen gelöst werden kann. Nach der Probezeit ist dies, arbeitgeberseitig nur unter Angabe eines wichtigen Grundes, oder von seitens des Auszubildenden mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen möglich (§ 22 BBiG).

Für Arbeitgeber gilt in der Probezeit der Ausbildung:

Für die Entscheidung, ob die Probezeit in der Ausbildung erfolgreich bestanden wurde, sollten nicht ausschließlich die beruflichen Leistungen ausschlaggebend sein. Hole Dir eine Meinung aus der Berufsschule ein und kontrolliere das regelmäßige Wahrnehmen des Berufsschulunterrichts. Spreche mit den zuständigen Abteilungsleitern oder Ausbildern – am besten im monatlichen Rhythmus – um Entwicklungen zu sehen. Lass Dir kontinuierlich die Ausbildungsnachweishefte vorlegen und kontrollieren diese auf Vollständigkeit und Sauberkeit. Kontaktiere unter Umständen die gesetzlichen Vertreter bei minderjährigen Arbeitnehmern, um Dir eine weitere Meinung einzuholen.

Solltest Du zu der Entscheidung kommen, dass trotz aller Bemühungen dem Auszubildenden Wissen zu vermitteln, dieser die Probezeit nicht bestanden hat, so erläutere ihm dies in einem ruhigen und sachlichen Gespräch. Der Auszubildende muss die Gründe Deiner Entscheidung verstehen und nachvollziehen, um daraus lernen zu können. Die Entscheidung am letzten Tag der Probezeit kund zu tun ist unangemessen, wenn sich die Entscheidung schon eher abzeichnete.

Bitte denk daran eine Kopie der Kündigung bei der zuständigen IHK zur Löschung des Berufsausbildungsverhältnisses einzureichen.

Für Auszubildende gilt in der Probezeit der Ausbildung:

Nutze auch Du alle Dir zur Verfügung stehenden Quellen, um sicher zu gehen, dass Du die nächsten drei Jahre diesen Ausbildungsberuf lernen willst. Befrage intensiv andere Auszubildende nach deren Meinung und Erfahrungen. Spreche mit Deinen Eltern und Freunden nach deren Bauchgefühl – doch sei Dir bewusst, dass letztendlich Du die Entscheidung zu treffen hast. Nutze Gespräche mit Berufsschullehrern oder Auszubildenden aus Deiner Berufsschulklasse, um sich auch hier auszutauschen und sich sicher zu sein.

Wir wünschen Arbeitgebern und Auszubildenden eine spannende Ausbildungszeit.

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Zusammenfassung vom Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG)

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Zusammenfassung vom Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG)

Hier findest Du eine kurze Zusammenfassung vom Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG), welches Dir hilft einen Überblick über die wichtigsten Inhalte zu bekommen.

Das Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) ist ein deutsches Gesetz , welches seit 1994 die Zahlung des Arbeitsentgelts an gesetzlichen Feiertagen und die Fortzahlung des Arbeitsentgelts im Krankheitsfall regelt. Im speziellen wird hier die Fortzahlung an Arbeitgeber, Angestellte und Auszubildende sowie die wirtschaftliche Sicherung im Bereich der Heimarbeit für gesetzliche Feiertage und im Krankheitsfall geregelt.

Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

Der Arbeitnehmer hat Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber von bis zu sechs Wochen.
Anmerkung: Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall entsteht erst nachvierwöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses.

Entgeltfortzahlung an Feiertagen

Für Arbeitszeit, die infolge eines gesetzlichen Feiertages ausfällt, hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer dasArbeitsentgelt zu zahlen, das er ohne Arbeitsausfall erhalten hätte.
Anmerkung: Arbeitnehmer, die am letzten Arbeitstag vor oder am ersten Arbeitstag nach Feiertagen unentschuldigt der Arbeit fernbleiben, haben kein Anspruch auf Bezahlung für diese Feiertage.

Nachweispflicht

Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, muss die ärztliche Bescheinigung am darauffolgenden Arbeitstag vorgelegt werden. Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung schon früher zu verlangen.

Leistungsverweigerungsrecht

Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Fortzahlung des Arbeitsentgelts zu verweigern, solange der Arbeitnehmer die von ihm vorzulegende ärztliche Bescheinigung nicht vorlegt, bzw. seiner Verpflichtung nicht nachkommt.

Vollständiges Gesetz

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Hier geht es zum zum vollständigen Gesetz im Internet: Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG)

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