Abmahnung Unfreundlichkeit

Je nach Ausgangssituation werden an eine Abmahnung unterschiedliche Anforderungen gestellt. Aber kann ein Arbeitgeber wegen Unfreundlichkeit auf der Arbeit abmahnen? Mit diesem Fall beschäftigte sich das Landesgericht in Schleswig-Holstein. 

Zur Vorgeschichte:

Der Kläger arbeitet als Ausbildungsberater bei dem Beklagten und kümmert sich um die Betreuung der Lehrgangsteilnehmer. Als sich ein Lehrgangsteilnehmer, nach mehrmaligem Kontakt mit der Ausbildungsberater, über dessen unfreundliches Verhalten beschwert, antwortet dieser per Email: Nach heute mittlerweile ca. 20 Anrufen von angehenden Meistern bleibt die Freundlichkeit einfach aus 

Der Arbeitgeber mahnte ab und beanstandete die Verletzung der arbeitsrechtlichen Pflicht zu freundlichem und konstruktivem Verhalten gegenüber Kunden.

Der Ausbildungsberater fand die Abmahnung nicht gerechtfertigt und klagte auf Entfernung aus der Personalakte. 

ArbG und LAG:

Das Arbeitsgericht, genauso wie das Landesgericht wiesen die Klage zurück. Die abgemahnte Pflichtverletzung des Arbeitnehmers stellt keine Nichtigkeit dar. Da der Arbeitnehmer, im Laufe der Kommunikation mit dem Kunden, wiederholt unfreundlich antwortete, sei die Abmahnung gerechtfertigt. 

Fazit: 

Das Urteil zeigt, dass Vorsicht geboten ist. Bei wiederholter Unfreundlichkeit gegenüber Kunden kann eine Abmahnung gerechtfertigt sein. 

(LAG Schleswig-Holstein, Urteil v. 20.5.2014, 2 Sa 17/14)

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